Projekt gegen sexuellen Kindsmissbrauch
Jedes Mädchen und jeder Junge hat das Anrecht,
dass sein Umfeld über grundlegende Fakten sexueller Gewalt gegen Kinder informiert ist
Vorwort Wann beginnt Missbrauch Was tun bei Verdacht Folgeschäden bei Kindsmissbrauch
Schweigen der Opfer falsche Ansichten Statistik Vernetzung
Haben Menschen, die als kleine Kinder missbraucht wurden, Erinnerungen an ihre schrecklichen Erlebnisse?
Bis zu einem Alter von etwa drei Jahren lässt es unser Hirn nicht zu, dass wir uns an Vorkommnisse vor dieser Zeit erinnern. Lediglich das Körpergedächtnis kann körperliche und seelische Verletzungen abspeichern, die dann das Kind, wenn es älter ist, in Form von oft nicht begründbaren Schmerzen belasten.Dies beweisen die psychosomatischen Folgeschäden im Erwachsenenalter von ehemaligen Opfern. Wohin eine zerstörte Seele und solche Schäden führen können, ist unter dem Link "Opfer" nachzulesen.
Wann beginnt sexueller Missbrauch
Sobald eine Person für ihre geistige, körperliche, sexuelle Befriedigung ...
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gezielt die Nähe von Mädchen/Knaben sucht und darauf hinarbeitet Kontakt herzustellen, um danach das Kind oder den Jugendlichen für Handlungen auszubeuten, zu benutzen, missbrauchen, nötigen | |
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bewusst Situationen sucht und herbei führt, um sich dadurch stimulieren zu lassen | |
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Bedürfnisse stillen lässt durch Verlockungen, Versprechungen, Geschenke, Zuneigung, Geld | |
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Berührungen und Handlungen mit Jammern, Betteln, Weinen oder mit Liebesentzug erwirkt, fordert, erpresst, erzwingt | |
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seine Machtposition ausnutzt für Gelüste, Berührungen, Handlungen | |
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sich von Minderjährigen verführen lässt ohne Einhalt zu bieten, es geschehen lässt | |
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versucht mit Drohungen die Handlungen zu erreichen, fordern, erzwingen | |
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mit Gewalt Handlungen erreicht, ausübt, vornimmt |
Nicht jedes Kind oder jeder Jugendliche empfindet sexuelle Übergriffe gleich und deshalb reagieren Betroffene unterschiedlich, d.h. es gibt keine „pauschalen“ Reaktionen, Schäden bei Opfern.
Je früher sexueller Missbrauch, sexuelle Gewalt aufgedeckt wird, um so grösser sind die Chancen für das Opfer, trotz der schweren Hypothek, sein weiteres Leben zu meistern.
Was tun bei Verdacht oder Gewissheit?
Die oft einzige Möglichkeit der Opfer besteht darin, durch ein verändertes und auffälliges Verhalten auf sich aufmerksam zu machen. Sexuell ausgebeutete Kinder und Jugendliche senden immer versteckte Hilferufe aus, nur werden diese leider zu oft übersehen von ihrer Umgebung.
Hegen Sie eine Vermutung oder/und nehmen versteckte Zeichen eines Kindes oder Jugendlichen wahr, bestätigt sich der Verdacht oder werden direkt von einem Opfer informiert, dann ...
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bewahren Sie Ruhe, handeln Sie niemals kopflos, hysterisch und nicht überstürzt | |
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merken Sie sich Ihre Vermutungen, Beobachtungen und analysieren die Situation aus einem neutralen Blickwinkel heraus | |
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versichern Sie dem Opfer, dass Sie sich um eine kompetente Hilfe bemühen und bitte ... TUN Sie es auch! | |
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kontaktieren Sie NIEMALS den mutmasslichen Täter und/oder sein Umfeld, solange das Opfer ihm noch schutzlos ausgeliefert ist | |
holen Sie sich Rat und Hilfe bei einer mit der Thematik erfahrenen und sensibilisierten Fachperson oder bei einer Opferberatungsstelle, bei der Polizei usw. oder siehe unter "externe Links" nach. |
Früh- und Folgeschäden bei Kindsmissbrauch
| auffallend verändertes Verhalten wie z.B. plötzliche Aggressivität oder zurückziehen vom gewohnten Umfeld | |
| Körperverletzungen durch Täter | |
| häufige Stimmungswechsel bis schwere Depressionen | |
| Ängste bis Panikattacken, Atembeschwerden bis Atemnot | |
| Selbstmordgedanken, -äusserungen, -versuche bis Suizid | |
| dauernd unbegründete Kopf-, Bauch- oder Halsschmerzen | |
| Essstörungen, Fett- oder Magersucht | |
| unklare Bauchschmerzen bis wechselseitige Verdauungsstörungen | |
| dem Alter nichtentsprechendes Bettnässen, Einkoten | |
| Selbstisolation, Selbstwertprobleme, Schulversagen | |
| Waschzwang oder Verweigerung der Hygiene, nächtliches Schlafen in Tageskleider | |
| Zähneknirschen bis Kieferprobleme | |
| Schlafstörungen bis schwere Alpträume, Schlaflosigkeit | |
| dem Alter nichtentsprechend sexualisierte Aussprache und Verhalten | |
| weibliche und männliche Prostitution | |
| Entwicklung gleichgeschlechtlicher Tendenzen, Täterverhalten | |
| Probleme mit oder Sucht von Drogen, Alkohol, Medikamente und Nikotin | |
| unklare, oft wiederkehrende Hautausschläge | |
| Probleme bis Unfähigkeit mit Partnerschaften und Sexualität | |
| Körperablehnung, Eigenverletzungen bis zur Selbstverstümmelungen | |
| Unterleibsbeschwerden, Geschlechtskrankheiten bis Aids |
Treffen mehr als 4 Punkte zu? Es muss nicht, aber könnte auf sexuellen Missbrauch hindeuten.
Eine Abklärung ist auf jeden Fall notwendig!
Soziale Beziehungen sind oft massiv gestört, geprägt von den Erfahrungen und Empfindungen des Verrats, Misstrauens, Unsicherheit und Entfremdung. Durch verschiedene Mechanismen der Verdrängung oder Umdeutung sinkt das Geschehen ins Unterbewusstsein, da das Erlebte sich nirgends einordnen lässt. Zuletzt halten die Opfer die Geschehnisse vor sich selbst geheim, um psychisch zu überleben.
Alles, was nach dem Missbrauch getan wurde, entwickelte sich, um den geringst möglichen Widerstand zu erfahren, bzw. Gefühle am bestmöglichen zu verstecken, gar zu leugnen. Das ganze Leben ist für einen Menschen, der in der Kindheit sexuell missbraucht wurde und sich deren Folgen und Konsequenzen nicht bewusst ist, bzw. sie emotional nicht aufgearbeitet hat, eine Verstellung.
weibliche und männliche Opfer leiden - oft lebenslänglich, weil ...
| es sehr schwer fällt über die erlebten Handlungen zu reden und es unter die persönliche "Gürtellinie" geht | |
| ihnen gegenüber Drohungen ausgesprochen wurden | |
| das Kind unbewusst die Verantwortung der "heilen und intakten Familie" übernehmen muss | |
| kaum Personen im Umfeld zu finden sind, die sich mit dem Thema belasten wollen | |
| es noch immer ein Tabu-Thema in der Gesellschaft ist und ein Grossteil der Bevölkerung sich der Tragik und Reichweite nicht bewusst ist oder es nicht wahrhaben wollen | |
| öffentliche Prävention z.B. auch gegen Inzest, Pädophilie kaum stattfindet |
Schweigen heisst Täter schützen! Deshalb müssen Opfer und ehemalige weibliche und männliche Betroffene darüber reden (können).
Falsche Ansichten und öffentliche Meinungen
„Meinem Kind kann so was nicht passieren ...“
Falsch: Es kann jedem Kind geschehen, sowohl in der Stadt wie auch auf dem Land, auf der Strasse und auch im persönlichen Umfeld
„Die sollte man alle kastrieren ...“
Falsch: Das Problem liegt nicht in der Lendengegend, sondern sitzt im Kopf. Siehe unter Link "Täterschaft"
„Die können bei ihrer Frau zu selten oder nicht mehr ...“
Falsch: Kein Kind oder Jugendliche(r) muss für fehlende sexuelle Kontakte herhalten und Kindsmissbrauch ist mit absolut keiner Entschuldigung gerechtfertigt
„Kein Wunder, wenn die Mädchen halbnackt herum laufen ...“
Falsch: sexy und bauchfreie Mode gibt keinerlei Berechtigung für sexuelle Übergriffe. Die Hälfte der Opfer sind Kinder unter 10 Jahren und jedes 3. ist ein Knabe
„Diese aufreizenden Lolitas sind doch selber schuld, wenn sie ältere Jungs oder Männer anmachen ...“
Falsch: Die ältere bzw. erwachsene Person muss die Grenzen kennen und auch setzen
Studien belegen, dass frühkindliche Traumatisierungen die Wahrscheinlichkeit erhöhen, sozial zu scheitern und im mittleren Lebensalter körperlich zu erkranken.
Die Bevölkerung, d.h. die Steuerzahler müssen nicht nur die Kosten für Untersuchungen, Gerichte, Vollzug, Verwahrung der Täter usw. bezahlen, sondern auch für die oft enormen und lebenslangen Folgeschäden der Opfer, die der Sexualstraftäter verursacht hat, weil ...
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ca. 80% Drogensüchtige | |
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ca. 80% Alkoholabhängige | |
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ca. 80% Prostituierte | |
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viele Sozialhilfeempfänger | |
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viele Psychischkranke, IV-Bezüger |
... in ihrer Kindheit sexuell missbraucht wurden!
In der Schweiz erleben jährlich ca. 45'000 Kinder u. Jugendliche sexuelle Übergriffe, ca. jedes 4. Mädchen und jeder 7. Knabe wird mindestens einmal in seinem Leben mit sexuellem Missbrauch konfrontiert.
*Quelle: Statistik aus dem Schlussbericht Juni 1992 !!! der eigens dafür eingesetzten Arbeitsgruppe "Kindesmisshandlungen in der Schweiz" an das Eidgenössische Departement des Innern.
Täter aus dem Umfeld des Opfers sind z.B. Freunde der Eltern, Bekannte von Familienangehörigen, Nachbarn, Sporttrainer, Freizeitbetreuer, Lehrer, Pfarrer, Ärzte, Psychologen, Fachpersonen, Lehrmeister usw. Bei diesen sexuellen Übergriffen, Missbräuchen und sexueller Gewalt erfährt die Öffentlichkeit eher durch die Medien.
Was kaum an die Öffentlichkeit gelangt, weil es unter dem Deckmantel „Familie“ passiert, ist der enorme sexuelle Missbrauch durch Familienangehörige, wie z.B. Vater, Stiefvater, Partner der Mutter, Grossvater, Bruder, Onkel, Cousin, Götti usw. und weibliche Täter, die sich hauptsächlich an Söhnen, Neffen, Enkeln usw. vergreifen.
Der Prozentsatz von Fremdtäter ist in den letzten Jahren enorm gestiegen. Die Gefahr geht nicht mehr nur noch von Männern aus, die Kinder Kinder ansprechen, von der Strasse locken oder gewaltsam ins Auto zerren. NEIN, mit der Möglichkeit über Internet leicht an Kinderpornografie und an Opfer zu gelangen wird leider in Zukunft die Zahl von Fremdtäter noch weiter ansteigen. Das Verlangen nach Kinderpornografie benötigt erfahrungsgemäss einen immer stärkeren, härteren Kick und kann sich später bis zum realen Kindsmissbrauch steigern!
Kinder und Jugendliche brauchen unbedingt ...
| aufmerksame Eltern, Schulbehörden, Mitmenschen | |
| Aufklärung über sexuellen Missbrauch dem Alter entsprechend | |
| gesellschaftliche Wahrnehmung der Thematik | |
| kompetente Beratungsstellen und Fachpersonen | |
| Schutz durch ein sensibilisiertes Richtergremium | |
| entsprechend gerechte Gesetzesgebung | |
| Politikerinnen und Politiker, die sich für den Schutz von Kindern und Jugendlichen, d.h. sich für die Zukunftsträger unseres Landes einsetzen |
Kinder sollen uns Vertrauen und Zuneigung schenken, ohne sexuell ausgebeutet zu werden und ...
deshalb ist eine altersgerechte Aufklärung und öffentliche Prävention notwendig!